Poker als Sport anerkannt

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In den letzten Jahren häufen sich die Berichte darüber, dass Poker als Sport anerkannt wurde. In Litauen, Brasilien und anderen Ländern nimmt das Kartenspiel inzwischen tatsächlich als Geschicklichkeitsspiel den gleichen Stellenwert wie Schach und Bridge ein. Auch die IOC (International Olympic Committee) erkannte im April 2010 Poker als Sport an und jetzt, im Jahr 2012, ist Poker zum ersten Mal bei den aktuell in Lille stattfindenden World Mind Sports Games World Mind Sports Games vertreten.

Ob Poker tatsächlich als Sportart zu sehen ist, ist selbst unter den Spielern umstritten. Klar ist jedoch, dass vor allem die Entscheidung der IOC mit einer kleinen Revolution gleichzusetzen ist. Poker gilt nach wie vor bei vielen als Glücksspiel und ist demzufolge nicht besonders angesehen. Die US-Regierung betrachtet das Kartenspiel sogar als gefährlich und vor allem Online Poker Anbieter sind ständig von Schließungen bedroht. Tatsächlich scheint es nach der Meinung von zahlreichen Mathematikern und Schach- und Bridgeexperten jedoch so zu sein, dass Glück beim Pokerspielen keine größere Rolle einnimmt als beispielsweise beim Fußball oder Golfspiel. Der größte Unterschied zu diesen Sportarten besteht vor allem darin, dass nur eine konstante Leistung zum Erfolg führt. Pokerwettbewerbe stehen in den meisten Fällen jedem Spieler offen, während kein Fußballteam sich einfach so für ein Pokalendspiel anmelden könnte.

Und genau dort liegt der größte Unterschied: Auch im Fußball kann Glück spielentscheidend (Rund 46 % aller Tore sind durch Zufall beeinflusst) sein, normalerweise ist es jedoch möglich, Glück und Pech über mehr Spiele auszugleichen, d. h. der Deutsche Meister ist in den meisten Fällen tatsächlich die beste Mannschaft in Deutschland. Beim Poker wird diese ausgleichende Wirkung dadurch unterwandert, dass es derzeit noch keine klaren Hierarchien gibt. Sobald der Spielablauf national und international strukturiert wird, setzen sich die besseren Spieler dauerhaft durch, da auch beim Poker Können über Glück triumphiert. Voraussetzung dafür wären allerdings Ligen, die durch eine ausreichend hohe Anzahl an Spielen in der Lage wäre, Glück auszugleichen. Dass Poker kein Glücksspiel ist, wäre dann für jeden ersichtlich, und das schlechte Image, das Poker heute immer noch hat, würde sich wandeln. Dies wäre der wichtigste Schritt, um Poker dauerhaft als Spiel zu etablieren. Auf diese Weise würde es dauerhaft und weltweit als Spiel anerkannt werden können und aus der Nische, aus der es sich nun langsam, auch dank der IOC, befreit, heraustreten können.

Auch die International Federation of Poker leistet auf diesem Weg Beachtliches. Sie hat es sich zum Ziel erklärt, Poker international als Denksport bekannt zu machen und sicheres und legales Spielen sowohl virtuell als auch real zu ermöglichen.

 

 

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In der Tat kann man Poker genau wie Schach als Sport ansehen. Im professionellen Bereich ist das Spiel eine große mentale Herausforderung. Mentaler Sport wenn man so will. Toller Beitrag!